Presse und Konzertkritiken

21.11.2015 I Klavierkonzert in der Märchenvilla Eberswalde
Eleonora Kotlibulatova

Märkische Oderzeitung, 24.11.2015
21. November 2015 I Sonderkonzert in der Märchenvilla Eberswalde
Dynamisch, präzise und voller Gefühl
Solopianistin Eleonora Kotlibulatova gibt mitreißendes Konzert in ausverkaufter Märchenvilla
Eberswalde.
Sie ist jung, hübsch und spielt fantastisch Klavier - Eleonora Kotlibulatova.
Die 29-jährige Usbekin gastierte am vergangenen Sonnabend mit einem Solokonzert in der ausverkauften Märchenvilla. Die Besucher erlebten herrliche Musik von Tschaikowski, Chopin
und Liszt.
Die 29 Jährige beherrscht nicht nur ihr Instrument, sie versteht es auch,zu ihrem Publikum eine persönliche Verbindung herzustellen. Zu jedem Stück, das Eleonora Kotlibulatova für das Konzert ausgewählt hat, erzählt sie eine Geschichte aus ihrem Leben. Ein Leben, das voller Musik ist:
Mit fünf Jahren lernte sie Geige, mit sechs Klavier. Die Liebe zu dem Tasteninstrument entdeckte sie durch ihre Mutter, die selbst Pianistin und Klavierlehrerin ist.
Sie habe ihr sogar das tägliche Üben von drei bis sieben Stunden schmackhaft gemacht.
Erst bekam Eleonora Kotlibulatova zu Hause Klavierunterricht, dann ging sie an eine Musikschule für talentierte Kinder. Dort machte sie ihren ersten Abschluss. Den zweiten am Konservatorium in Taschkent, den dritten an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock.

Seit wenigen Jahren lebt die mehrfach ausgezeichnete Usbekin nun mit
ihrem Partner, der auch Pianist ist, und ihrer dreijährigen Tochter in Berlin.
Das Konzert in Eberswalde ist eines von etwa zehn, die Eleonora Kotlibulatova pro Jahr gibt.
Mitgebracht in die Märchenvilla hat sie ihre Lieblingsstücke. Pjotr Iljitsch Tschaikowskis
"Die Jahreszeiten" zum Beispiel. Seit 22 Jahren beschäftigt sie sich mit seinem Werk.
Mit Franz Liszt verbindet sie eine bestimmte Erinnerung: Ihr erstes Solokonzert, das sie mit
13 Jahren in der Ukraine gegeben hat - auf einem 150 Jahre alten Flügel, auf dem einst Sergei Rachmaninov gespielt hatte. "Das ich dort spielen durfte, war ein Wunder!"
Die Grande polonaise brillante von Frédéric Chopin hat sie für ihren guten Freund Werner mitgebracht, der im Publikum sitzt. "Ich weiß, dass du das Stück so magst", sagt sie.
Knapp zwei Stunden dauert Eleonora Kotlibulatovas abwechslungsreiches Programm.
Mal spielt sie energisch, mal leise und zart. Immer wirkt es so, als würde sie mit den Werken
in ein Zwiegespräch treten. Sie lächelt beim Spielen, dann sieht sie ernst drein, schließt die
Augen oder blickt auf die Tasten.
Am Ende des Konzerts wollen die Zuhörer die junge Frau gar nicht gehen lassen und fordern mit ihrem langen Applaus Zugabe um Zugabe.
Maria Ugoljew

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