Presse und Konzertkritiken

09.04.2017 I Konzert für Violoncello und Piano
Natalia Costiuc & Ulugbek Palvanov

Märkische Oderzeitung, 11. April 2017, von Peter Buske
Wandlitz. Pianowerke und ihre instrumentalen Ergänzungen sind das Markenzeichen der gleichnamigen, von ehrenamtlichem Engagement geprägten Veranstaltungsreihe in der gemeindeeigenen Kulturbühne Goldener Löwe im Dorfkern von Wandlitz.
Seit drei Jahren offeriert sie, nunmehr ins Verzeichnis der "Kulturfeste im Land Brandenburg" aufgenommen, erlesene Klangkost. Dargeboten von jungen hochtalentierten Klassikkönnern.

Künstlerischer Leiter des kleinen, aber feinen Musenfestes ist der usbekische Pianist Ulugbek Palvanov, der an den Konservatorien von Taschkent, Moskau und dann in Berlin studierte.
Am Sonntag hat er gemeinsam mit der aus Sankt Petersburg stammenden Natalia Costiuc
Sonaten für Violoncello und Klavier von Johannes Brahms und Sergej Rachmaninow aufgeführt.
Das Spiel der beiden passt vorzüglich zusammen, denn sie verkörpern jene legendäre russische Schule, die Gefühlsreichtum, Ausdrucksintensität, technische Perfektion und einen großen Ton
zu interpretatorischer Tugend erkoren hat.
Aus der tiefen Lage des Cellos steigt das Thema des ersten Satzes der kontrastbetonten
e-Moll-Sonate op. 38 von Brahms sonor vibrierend empor. Leidenschaftliche Erregung breitet sich aus, an der alsbald der Pianist beteiligt wird. Er musiziert auf einem nicht sonderlich klangvollen
und für die Akustik des Saales nur bedingt geeigneten Yamaha-Stutzflügel. Den Facettenreichtum seines Parts kann Palvanov trotz redlichen Bemühens nur teilweise zum Ausdruck bringen.
In der nicht ganz so kontrastreichen Rachmaninow'schen g-Moll-Sonate op. 19 treffen vorzüglicher Lagenwechsel, Ausdruckshingabe und lyrisches Saitensingen der Cellistin auf klangdirektes und energisches Tastenspiel. Doch dem Pianisten gelingen auch geheimnisvolle Passagen, das Schwelgen in üppig wuchernden Harmonien, das Changieren zwischen Hell und Dunkel.

Dagegen setzen die "Impressionen" des 83-jährigen Komponisten Werner Langrock auf melodiöse, neoromantisch bis impressionistisch geprägte Eindrücke von "Fernen Segeln", der "Einsamen Birke", dem "Wellenspiel" und dem, was "Hinter den Dünen" passiert. Flink und kapriziös zeigt
sich das Klavier; ruhig, schmachtend und etwas elegisch gestimmt singt das Cello. Da entstehen mancherlei Spannungsgegensätze, die sich lustvoll ausleben. Das Publikum ist begeistert.

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